Utopiastadtgarten

Utopiastadtgarten

Städte sind mehr als graue Betonwüsten. Immer häufiger fallen dort Begriffe wie »Urbanes Gärtnern«, »Grüne Stadt« oder »Essbare Stadtviertel«. Dahinter verbergen sich Initiativen, weltweit gegründet, organisiert und getragen von engagierten Bürgern, so auch in Wuppertal. Wir sind eine von ihnen: Eine kleine, aber stetig wachsende, bunte Gruppe Interessierter, die sich wöchentlich im Mirker Bahnhof trifft und sich als ein Teil von »Utopiastadt« versteht.
Unter dem Motto »Essbarer Bahnhof — Essbare Stadt« wollen wir die Flächen rund um Utopiastadt sinnvoll, naturnah, biologisch und fachgerecht gärtnerisch nutzen und bewirtschaften. Mit den angebauten Pflanzen versuchen wir zu zeigen, dass Gartenbau auch in der Stadt — teilweise selbst auf Balkon und Terrasse — auf einfache Weise jedem möglich ist. Menschen, die noch keine oder wenig Erfahrung mit dem Gärtnern haben, bekommen bei uns Hilfe und Anleitung. Die Vernetzung zu anderen Projekten und Initiativen ist dabei sehr wichtig. So können Synergieeffekte gefunden und genutzt werden. Gemeinsam können Ideen entwickelt, diskutiert und ausprobiert werden. Nur so kann man wirklich sehen was alles möglich ist in einer Stadt …
Das tun wir seit einem guten halben Jahr. Neben den Überlegungen und Planung zu der zur Verfügung stehenden Fläche haben wir begonnen, die Grundlagen für ein offenes, faires, biologisches und sinnvolles Gärtnern zu schaffen. Das heißt Konkret, dass wir damit begonnen haben eine Fläche, die zuvor als Müllhalde und Hundeklo diente immer wieder von Müll und Bewuchs zu befreien. Den starken Bewuchs von Brombeeren und anderen Wildkräutern konnten wir mit alten Teppichen unterdrücken — der ein oder andere Passant wird sich sicher schon gefragt haben, was wir dort gemacht haben.
An diesen Stellen sollen ab dem Frühjahr unter anderem Kartoffeln, Topinambur, Bohnen, Kapuzinerkresse und andere Kräuter in Sack- und Kübelkultur wachsen. In dem Garten westlich des Bahnhofsgebäudes wird ein ruhiger Bereich mit einem Amphibiengewässer und Sitzgelegenheiten entstehen, in dem man zur Ruhe kommen kann. Die Barrierefreiheit ist uns sehr wichtig. Deswegen pflastern wir einen Weg, der auch Rollstuhlfahrern und Müttern mit Kinderwagen einen Zugang zu diesem schönen Platz ermöglicht. Die dort gesäten Pflanzen werden nicht nur verzehrbar sein, sondern durch ihre Schönheit und ihren Duft die Sinne anregen.
Weiterhin haben wir uns zur Aufgabe gemacht, den Treppenaufgang von der Mirker Straße zum Vorplatz des Bahnhofs und den Bereich der Aussengastronomie zur Trasse hin zu gestalten. Essbare Blüten, duftende Kräuter und blühende Stauden sollen diesem Bereich einen bunten Rahmen geben und zum Probieren einladen. Darüber hinaus werden wir mit einer Grundschulklasse ein Projekt ausarbeiten, in dem die jungen Menschen ihre Kreativität ausleben, ihr Erfahrungen beim Anbau von Gemüse machen und ihr Wissen über ökologische Zusammenhänge erweitern können.
Dank dem nötigen, gärtnerischen Fachwissen, dass einige aus unserer Gruppe mitbringen, können wir Seminare für interessierte Bürger anbieten. So soll es zum Beispiel Kurse zu Obstbaum- und Gehölzschnitt, zur Vermehrung von Stauden und Gehölzen, zu ökologischen Zusammenhängen im Garten und einigem anderem mehr geben.
Ganz wichtig ist uns, dass wir mit der Natur arbeiten, regionale und alte Sorten verwenden und nicht abhängig von großen Saatgutzüchtern sind!
Für die nächste Zeit haben wir uns viel vorgenommen und sind mit jeder Menge Spaß und Engagement dabei, all dies in die Tat umzusetzen, was aktuell oft noch als fixe Idee im Raum steht. Unsere Utopie ist das Aufzeigen von Alternativen zu langweiligen, innerstädtischen Grünflächen und Brachen. Wir möchten die Menschen im Mirker Quartier und über dessen Grenzen hinaus anregen, sich ein nützliches Stück Natur zurückzuerobern und dabei Offenheit und nachbarschaftliches Miteinander praktizieren und fördern. Über jeden, der Lust hat bei uns mitzumachen, die Gruppe mit Tatkraft oder Ratschlägen zu unterstützen, freuen wir uns sehr. Auch mit Sach- und Geldspenden kann man uns sehr helfen.
Es ist immer einfach über das zu schimpfen, was andere tun oder nicht tun — aber viel mehr Spaß und Zufriedenheit entsteht, wenn man selbst — mit und für andere — etwas tut! Kommt einfach vorbei, sprecht uns an und seid herzlich Willkommen mit aufregenden und kreativen, neuen und alten Ideen etwas zu schaffen, was allen zugute kommt …
Interessierte und Macher melden sich unter garten@utopiastadt.eu

Text: Niklas Brandau

 

Kontakt
Ansprechpartner:
Niklas Brandau
garten@utopiastadt.eu

Adresse:
Utopiastadtgarten
am Bahnhof Mirke
Mirker Straße 48
42105 Wuppertal
Tel: +49 (0)202  -  39  34  86  57


Termine

  • jeden Mittwoch
    19:00
    Teamtreffen im Café Hutmacher
    Habt Ihr Lust dabei zu sein oder wollt ihr uns einfach mal besuchen?
    Wir treffen uns jeden Mittwoch ab 19.00 Uhr  und besprechen anliegende organisatorische Themen, aber freuen uns auch über Gedankenaustausch und der Entwicklung von neuen Ideen.
  • 1. SO im Monat
    15:00
    Gartenstube im Sinne des do-it-together
    Jeden ersten Sonntag im Monat öffnet die »Gartenstube« ihr Törchen. Ganz im Sinne des »do it together« bieten wir einen Umpflanzservice für Topf- und Zimmerpflanzen an, sprechen über die Zukunft des Utopiastadtgarten, tauschen Ideen und Erfahrungen aus und beraten gerne Hobby- und Balkongärtner.
  • 2. SA im Monat
    11:00
    Aktionstag in Utopiastadt
    Jede helfende Hand für Holz- und Metallarbeiten, Garten-, Räum- oder Essensvorbereitung werden immer benötigt.

Wer sind wir?

Die Gruppe rund um den Utopiastadtgarten ist ein bunter Haufen verschiedenst motivierter Bürger aus und um Wuppertal. Die Einen beschäftigen sich mit der Zeit nach dem Peak-Oil, in der gezwungenermaßen unsere Nahrungsmittel nicht mehr um die halbe Welt gesandt werden können, sondern von vor der Haustüre kommen müssen. Andere möchten einfach in der Gemeinschaft sein um gemeinsam zu arbeiten, lernen und sich auszutauschen. Wieder andere möchten für ihren eigenen Garten bisher fehlendes Wissen erlangen oder ihr (teilweise aussterbendes) Wissen teilen. Andere Motivationen sind z.B. Unabhängigkeit von den wenigen großen Nahrungsmittelherstellern zu erlangen und zu wissen, was mit dem Essen passiert ist, bevor es auf dem Teller landet.

Aktuelle Infos auch immer unter www.utopiastadtgarten.de

Organisatorisches

Der für Gemüseanbau geeignete Bereich im Garten (sonnige bis halb-schattige Lage) ist in vier Beete aufgeteilt und provisorisch mit Latten, Stämmen und Ästen gekennzeichnet.
Die Bereiche, in denen von euch Gesät oder Gepflanzt wurde, sollten eindeutig gekennzeichnet werden, z.B. mit Ästen. Berücksichtigt dabei den Platzbedarf der Pflanzen. Beschriftung der Pflanzen ist wichtig. Wenn Ihr neben schon vorhandene Pflanzen pflanzt, berücksichtigt deren Platzbedarf und die günstigen Pflanzen-Gemeinschaften. Damit eure Mitgärtner die Bedürfnisse der von euch gesetzten Pflanzen beachten können, erstellt einen kurzen Pflanzen-Steckbrief und verteilt ihn über unsere Mailingliste oder auf Papier. Verständigt euch mit den Mitgärtnern um gute Pflanzengemeinschaften zu planen.

 

GARTENSTUBE jeden ersten Sonntag im Monat

Jeden ersten Sonntag im Monat öffnet die »Gartenstube« ihr Törchen. Ganz im Sinne des »do it together« bieten wir einen Umpflanzservice für Topf- und Zimmerpflanzen an, sprechen über die Zukunft des Utopiastadtgarten, tauschen Ideen und Erfahrungen aus und beraten gerne Hobby- und Balkongärtner.

 

Karte aller offenen Gärten in Wuppertal


Wupper Gärten auf einer größeren Karte anzeigen

WIE wir gärtnern

  • Wir orientieren uns an den Bedürfnissen der »Bahnhofsbewohner«, den 12 Permakultur Prinzipien von David Holmgren, den Ideen und Bedürfnissen der einzelnen Gruppenmitglieder
  • Wir Düngen mit: Kompost, Flächenkompostierung (Nährstoff reiches Mulchen mit Grünschnitt, Heu, usw.), Pflanzenjauchen und anderen im Bio-Gartenbau üblichen Substanzen
    schützen unsere Pflanzen mit selbst hergestellten Pflanzenauszügen und vorbeugenden Pflanzengemeinschaften und Gießen, wenn möglich, mit Regenwasser
  • Was wir nicht wollen: die Erde wenden (Spaten,Hacke etc.), weder chemisch noch durch komplettes Umhacken versuchen sämtliche »Unkräuter« auszurotten, (sondern lediglich ein unter Kontrolle halten des »Unkraut« anstreben), chemischen Dünger, chemische Pflanzenschutzmittel – wer anfängt, chemische Pflanzenschutzmittel oder Insektizide einzusetzen, tötet damit meist nicht nur »Schädlinge«, sondern auch »Nützlinge«, so dass die Natur den nächsten »Angriff« der »Schädlinge« nicht abwehren kann – die Abhängigkeit ist da!

Unter folgenden Links könnt Ihr nachlesen und nach-sehen warum wir so Gärtnern wie oben beschrieben

Praktische Tipps für Biogärtner
Effektives und wassersparendes Gießen

Das Pflanzenlexikon hilft die Beschreibungen der Bedürfnisse einzelner Pflanzen zu finden.
Friedrich Wenz berichtet in diesem Vortrag über seine Bemühungen zum Humusaufbau und zur Erhaltung des Bodens. Im ersten Teil (ab min. 00.20.27) beschreibt er anschaulich wie gesunder Boden »funktioniert«. Zu Beginn des zweiten Teil schildert er Versuche zum Mulchen mit Heu und Grünschnitt
30 Jahre aktiver Humusaufbau, Teil I – Friedrich Wenz, Pionier der pfluglosen Bodenbearbeitung
30 Jahre aktiver Humusaufbau, Teil II – Friedrich Wenz, Pionier der pfluglosen Bodenbearbeitung

 

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